DIE PRAM

 

Die Pram entspringt im nördlichen Teil des Hausruckwaldes. Mehrere kleine Quellen fließen dort zusammen und bilden den Bach.
Das unmittelbare Ursprungsgebiet (am Turmberg, Nähe „Weg der Sinne“ bei Haag am Hausruck) trägt den Namen Symbrunn und liegt auf einer Höhe von 620 m.

Die Pram ist 57,5 km lang, entwässert ca. 384 km² und überwindet 320 Höhenmeter bis zur Mündung in Schärding. Ihre größten Zuflüsse sind der Össererbach, der Pfudabach und der Rainbach.
Auf dem ersten Kilometer weist sie ein starkes Gefälle von über 9% aus, anschließend sind es zwischen 1 und 2%.
Bis zum Gemeindegebiet von Zell an der Pram fließt sie in nördlicher, dann in nordwestlicher Richtung. Bei Allerding durchbricht sie die Ausläufer des Granitmassivs.

Das Pramtal war Durchzugsgebiet der Römer von Wels zum Inn.
Die durchschnittliche Wasserführung der Pram ist ca. 5 m³/s, beim Hochwasser 2002 waren es 248 m³/s.

 

Der Name PRAM

Der Gemeindeort Pram wurde wohl 792 erstmals urkundlich erwähnt. Wann das Wort auf den Fluss bezogen erstmals genannt wird, 819 oder 1140, ist unklar.
Noch größeren Anlass zu Spekulationen birgt die Bedeutung des Namens: Wiesinger/Reutner1 gehen von bair.-ahd. Prâmo „Brombeerstaude, Dornegestrupp“ im Sinne von einem Fluss aus, an dessen Ufern dorniges Gestrüpp (Brombeere) wächst.
Wiesinger² wundert sich: er erkennt im vordeutschen bhrem/brohm ein Wort für „brüllen, tosen“ obwohl die Pram kein brüllender, tosender Bach sei. Wer einmal im „Gstonarat“ bei Hochwasser war, wird seine Meinung vielleicht nicht teilen.
Außerdem gibt es Meinungen, nach denen sich der Flussname vom Keltischen herleitet und soviel wie „Krebsfluss“ bedeutet oder vom slawischen Wort für Quelle, "Prama". 

 

Die Pram als Grenzfluss

Ab 1180 war die Pram von Haag am Hausruck bis zum Schloss Riedau Grenze zu Bayern. Von Riedau ging die die Grenze weiter über das kleine Bächlein, heute Dammbach, früher Kerschbach (Riedlbach, Habachbach, Haibachbach) genannt, zum Salletwald bis zur Donau in Engelhartszell.
Den ehemaligen Grenzverlauf und viele interessante Details aus der wechselhaften Geschichte der Grenze thematisiert der GRANATZWEG, der fünf der 17 Pramtal Museen miteinander verbindet.

 

Regulierung und Renaturierung des Flusses

Nach einem relativ starken Gefälle im Quellgebiet des Flusses begann der ursprüngliche Fluss im flachen Gebiet ab etwa Riedau starke Schlingen – sogenannte Mäander- auszubilden. Zur Mündung hin wurden diese immer stärker gekrümmt und breiter. Tiefstellen mit großen Wassermengen boten Lebensraum für Fische und auch Platz zum Schwimmen. Bei starken Regenfällen oder Schneeschmelze wurde das flache Flussumland schnell überflutet.
Weite Teile des Flusses wurden aus oben genannten Hochwasserschutzgründen in den 1960-iger Jahren reguliert, wodurch sich die Abflussgeschwindigkeit erhöht und der Wasserstand reduziert hat. Die Hochwassergefahr hat sich dadurch flussabwärts verlagert.

Ein Rückhaltebecken im Gemeindegebiet von Taiskirchen dient zur ebenfalls Vorbeugung bei Hochwassergefahr.
Seit 2012 wird die Pram in den Gemeinden Zell und Riedau renaturiert um durch kontrollierte Überflutungen die Abflussgeschwindigkeit bei Hochwasser zu reduzieren. Die Pram soll wieder zum Lebensraum für Tiere und Pflanzen gemacht werden, aber auch zum Naherholungsgebiet für Menschen, mit flachen Uferstellen und Tiefen. Retentionen können Hochwassermengen aufnehmen.

 

Tiere in der Pram

Ja nach Regulierungsgrad des Flusses schwankt die Zahl der vorkommenden Fischarten stark. Im strukturreichen, unregulierten Teil stromab von Zell sind mehr als 25 heimische Fischarten nachgweisen. Z.B. Aitel, Hasel, Bachschmerle, Schneider, Barbe und Nase.
Zunehmend verbreitet sich auch der bereits ausgestorbene Biber wieder vermehrt entlang der Pram und seinen Zulaufbächen. Zu beobachten an den Nagespuren an Bäumen, die Tiere selbst sind sehr scheu.

 

Pflanzen an der Pram

Die oben beschriebenen Regulierungsmaßnahmen brachten leider viele Pflanzenarten zum Verschwinden, auch Nährstoffeinträge durch Düngung der nahegelegen Felder. Im „Gstoanarat“ einem Ausläufer der Böhmischen Masse bei Allerding/St. Florian, sind noch größere Bestände der gelb blühenden Großen Teichrose zu finden sowie im Ufergebüsch der Rüben-Kälberkropf und der Glanzkerbel.³ 

 

Wirtschaftliche Bedeutung einst

Große regionale Bedeutung kam der Pram in früheren Jahrhunderten als Antriebsquelle für Mühlen, Ölstampfen und Sägewerke zu. Entlang der Pram befanden sich einst über 50 Mühlen, Ölstampfen und Sägewerke. Im Freilichtmuseum Furthmühle in Pram wird der Mühlen- und Sägewerksbetrieb dargestellt. Das Holz- und Werkzeugmuseum LIGNORAMA lag vor der Regulierung an einem Mühlbach der Pram, im Sägewerk wird musealer Schnitt vorgeführt.

 

QUELLHINWEISE

Die hier erwähnten Informationen wurden aus verschiedensten Quellen zusammengetragen, viele davon ohne Autorenangaben bzw. Quellhinweisen. Einige Quellen sind unten angeführt, viele Texte scheinen auf anderen zu basieren.
Es handelt sich hier um keinen wissenschaftlichen Text, es wurde nicht wissenschaftlich zitiert, die Daten nicht auf Richtigkeit hin überprüft.
Quellen: 
Heimatbuch der Marktgemeinde Riedau von OSR Raimund Kislinger, Riedau 1991.
Informationstafel am Granatzweg zw. Zell und Riedau, Text von Clemens Ratschan, 
Informationsbroschüre zum Granatzweg, herausgegeben 2012.
Wikipedia
„Die Hofmühle von Riedau. Eine historische Betrachtung“ von Gernot Gramberger, n.p., 1988. 
WIKIPEDIA
Informationen des Gewässerbezirkes Grieskirchen zur Renaturierung
1:  Wiesinger, Peter und  Reutner, Richard in „Die Ortsnamen des politischen Bezirkes Schärding“(Nördliches Innviertel)“ von Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1994, Seite 27
2: Wiesinger, Peter: Die Besiedlung Oberösterreichs im Lichte der Ortsnamen. In: Baiern und Slawen in Oberösterreich (Linz 1980) S. 139-210 (Schriftenreihe des OÖ. Musealvereins 10)
3: Hohla, Michael (2017): Das Innviertel. Landschaft und Pflanzen. Hohenzell, 2017, S. 299-304.

 

LETZTE ÄNDERUNG: 3. Juli 2017