JAHRESAUSSTELLUNG 2017
im Bilger-Breustedt-Haus

 

Eröffnung der Jahresausstellung
Sonntag, 23. April 2017, 15 Uhr

im Bilger-Breustedt-Haus
Dauer der Ausstellung von 23. April bis einschl. So., 29. Okt. 2017

 

 

RELIGIÖSE DRUCKGRAFIK VON MARGRET BILGER

Die religiöse Thematik beherrscht neben Sozialem und Volkstümlichem die frühen Holzschnitte. In den 1930er Jahren wird die Innviertler Landschaft zum Thema. Im Krieg treten in den ‚Holzrissen’ Motive aus Des Knaben Wunderhorn, aus Grimms Märchen und antiken Mythen hinzu. Religiöses dominiert die Nachkriegszeit und führte ab 1950 zum Wechsel von der Grafik zur Glasmalerei. Durch die Arbeit an Kirchenfenstern kam es zu wochenlangen Aufenthalten im Zisterzienserkloster Stift Schlierbach und schließlich, 1966, zur Konversion zur katholischen Konfession – aus Gründen der Steuergerechtigkeit.

Die religiös gestimmte Margret Bilger fand in Bibel und Legende wie sonst nur Marc Chagall ihre Motive. Sie selbst dachte durchaus überkonfessionell.

MF

 

MENSCHLICHE FIGUR IM WERK VON HANS JOACHIM BREUSTEDT

Die Darstellung des Menschen zieht sich durch das gesamte Werk des Malers, von der ersten erhaltenen Arbeit, einem kleinen Holzschnitt aus dem Jahr 1919, bis zu den Tuscheblättern des Spätwerkes. Die Bilder mit den mehr oder weniger abstrakten Darstellungen von Menschen haben entweder mythologische oder biografische Bezüge. So entstand zum Beispiel 1945, gleich nach dem Krieg, den Breustedt als Soldat an der Ostfront mitmachen musste, eine Serie von Bildern mit dem Titel „Kämpfende Männer“. Das Menschsein und die Bedingungen, unter die das menschliche Leben gestellt ist, sind wesentlicher Bestandteil seines Denkens und seiner künstlerischen Arbeit.

HH

 

THOMAS RADLWIMMER (*1988)

Freischaffender Fotograf und Filmemacher, besuchte schon als Jugendlicher das Bilger-Breustedt Haus und war gebannt von der Atmosphäre des Hauses. Besonders faszinierte ihn die Art und Weise H.J.Breustedts, abstrakte und gegenständliche Elemente in einem Bild zu verschmelzen. Später drehte er zusammen mit Franz X. Hofer eine Dokumentation über die Zeitzeugen Margret Bilgers.

Die gezeigten Werke aus der Serie „Erfahrungen“ stellen Ausschnitte von Zebrastreifen dar, welche Radlwimmer in unterschiedlichsten Städten von Oberösterreich bis Indien fand. Die Fotografien sind charakterisiert durch das Zusammenspiel gegensätzlicher Inhalte und Aussagen: scheinbar Vertrautes und überraschend Fremdes bzw. Fernes, reale Gegebenheit und abstrakt anmutende Bildkomposition, selten beachtetes Detail und fantasievolle Assoziationsmöglichkeit, nüchternes Schwarz und Weiß.